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Märchen sind kleine Kunstwerke, uraltes Kulturgut. Sie haben ein lokales Kolorit, behandeln aber universelle Themen der menschlichen Entwicklung. Sie holen Kinder und Erwachsene dort ab, wo diese innerlich gerade stehen. Dabei werden die verschiedensten psychologischen Ebenen angesprochen. Das Märchen, im Unterschied zur Sage, historiziert nicht – „es war einmal“ kann überall sein. Beim Märchen ist die Moral unaufdringlich-implizit, die Fabel moralisiert. Das Märchen ist die optimistische Schwester des Mythus, es endet (fast) immer gut; nach Überwindung aller Gefahren siegt Eros, der Lebenstrieb, über Thanatos, den Todes- oder Aggressionstrieb – „und wenn sie nicht gestorben sind, leben (und lieben) sie heute noch“. Freud selbst hat einiges über das Märchen geschrieben im Zusammenhang mit der kindlichen Allmacht, dem Magischen und dem Unheimlichen. Bruno Bettelheim verfasste ein ganzes Buch über Märchen (1976, „The Uses of Enchantment“, franz. „Psychanalyse des contes de fées“). Und Charles Dickens soll gar gesagt haben, dass das Rotkäppchen seine erste Liebe gewesen sei und dass er, wenn er es hätte heiraten können, das perfekte Glück gefunden hätte… lassen wir uns also verzaubern – und inspirieren!
Die Vorführungen werden von Dr. Alexander Wildbolz vom Sigmund-Freud-Zentrum Bern und Dr. Mechthild Heuser vom Bundesamt für Kultur eingeführt und kommentiert.
BAR JEWEILS AB 19H, FILME AB 2OH






